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Erste Ergebnisse – Körperliche Gesundheit

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Erhöhtes Osteoarthroserisiko bei Fußballspielerinnen

Hat eine Fußballkarriere negative Auswirkungen auf die langfristige Gesundheit? Wenn ja, welche? Was sind potentielle Risikofaktoren? Wie können wir diese Risiken minimieren? Oder ist Leistungsfußball eher förderlich im Hinblick auf die allgemeine Lebensqualität und das Wohlbefinden ehemaliger Spielerinnen?

Während akute Sportverletzungen in den letzten Jahrzehnten intensiv erforscht worden sind, gibt es immer noch wenige wissenschaftliche Studien, welche sich mit der langfristigen Gesundheit ehemaliger Leistungssportler/innen beschäftigen. Zudem hat die kontroverse Diskussion um die Langzeitfolgen von Kopfverletzungen unser Interesse an der Klärung dieser Debatte im Profifußball geweckt. Ziel ist es, mithilfe der Erkenntnisse der Head in the Game Studie Präventionsmaßnahmen zu entwickeln, damit Fußballspieler/innen zukünftig besser vor dauerhaften, gesundheitlichen Beeinträchtigungen bewahrt werden können.

In der ersten Phase der Head in the Game Studie in Deutschland haben wir ehemalige Profifußballspielerinnen zu ihrer aktuellen Gesundheit und früheren Verletzungen befragt. Etwa zwei Drittel der kontaktierten Spielerinnen haben an der Befragung teilgenommen; im Folgenden sind die interessantesten Ergebnisse zusammengefasst:

Aktuelle Gesundheit

  • Etwa 70% der Befragten beschreiben ihre Gesundheit als gut bis sehr gut. Dieser Wert ist ca. 10% geringer als in der Allgemeinbevölkerung.
  • Mehr als die Hälfte (58%) der Spielerinnen berichteten von Knieproblemen beim Sport, ein Drittel berichtete von Problemen bei Alltagsaktivitäten, wie Treppensteigen oder Gehen.
  • Das Osteoarthroserisiko von ehemaligen Fußballspielerinnen war zwei bis vier Mal höher als vergleichbare Werte aus der Allgemeinbevölkerung. Knie- (14% aller Spielerinnen) und Sprunggelenke (7% aller Spielerinnen) sind am häufigsten betroffen.

Risikofaktoren

  • Zu den Risikofaktoren für Osteoarthrose in Knie- und Sprunggelenken zählen Anzahl und Schweregrad früherer Verletzungen, Alter, früherer Trainingsumfang sowie Leistungslevel.
  • Spielerinnen, die viele und schwere Kopfverletzungen hatten, litten zum Befragungszeitpunkt öfter unter Kopfschmerzen. Nichtsdestotrotz liegt das Vorkommen von Kopfschmerzen im Normbereich verglichen mit der Allgemeinbevölkerung.

Ausblick

In der zweiten Phase des HITG Projekts werden wir im Rahmen einer klinischen Studie den Zusammenhang zwischen früheren Verletzungen und der aktuellen Gesundheit von ehemaligen Fußballspielerinnen genauer untersuchen. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt hierbei auf der kognitiven Leistungsfähigkeit und dem Bewegungsapparat.

Bitte registrieren Sie sich, damit wir Ihnen weitere Informationen zur Studie zusenden können!

Haben Sie Fragen zu der Studie oder den geplanten Untersuchungen? Gedanken? Ideen? Feedback? Schreiben Sie einen Kommentar oder eine Email an: info@hitg.study


HITG

Ziel von Head in the Game ist die Verbesserung der langfristigen Gesundheit von ehemaligen sowie aktiven Fußballspielerinnen und Leistungssportlerinnen. Hierzu untersuchen wir mögliche Auswirkungen einer Sportkarriere auf den Bewegungsapparat und die kognitive Leistungsfähigkeit nach Beendigung der Karriere. Das Projekt umfasst drei Studien, welche In Deutschland, den USA und den Niederlanden durchgeführt werden.

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